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Schadensteuerung – das Märchen in immer neuem Gewand

Mi. 15 Mai. 2019

Regelmäßig wird die Schadensteuerung als das Allheilmittel zur Senkung der Schadenkosten propagiert. Gerade in den letzten Monaten wird dieses Thema verknüpft mit den Vorteilen der Schaden-APP, über die der Versicherungsnehmer oder der GeschädigteBilder seines geschädigten Fahrzeuges scheinbar dem Versicherer übermittelt und dieser auf der Grundlage der erhaltenen Bilder die Schadenhöhe ermittelt und zugleich einen Vorschlag unterbreitet, in welcher Werkstatt das Fahrzeug instand gesetzt werden kann. Nach aktuellen Erhebungen der DAT wird ein Drittel der Kaskoschäden zwischenzeitlich gesteuert. Die Bedeutung der Schadensteuerung erkennt man nicht zuletzt daran, dass es sogar einen Verband der Partnerwerkstätten der Versicherer gibt und die Vogel Communications Group in Würzburg neben den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen einen eigenen Kongress für Partnerwerkstätten plant.In allen Systemen der unterschiedlichsten Versicherer geht es darum, die Kosten der Schadenfeststellung zu minimieren und die konkrete Schadenbehebung in Werkstätten durchführen zu lassen, die den beteiligten Versicherern erhebliche Rabatte einräumen. Darüber hinaus wird im Haftpflichtschaden Wert darauf gelegt, dass erst gar nicht der Versuch unternommen wird, einen Sachverständigen oder gar einen Rechtsanwalteinzuschalten. Das gesamte System der Schadensteuerung ist letztlich auf einer leicht zu durchschauenden Lüge aufgebaut:Zum einen wird suggeriert, dass tatsächlich sach- und fachgerecht zu deutlich geringeren Konditionen, als dies allgemein üblich ist, instand gesetzt werden kann, und zum anderen soll offenbar der Eindruck vermittelt werden, dass die Fahrzeuge heute derart einfach konstruiert sind, dass ein Schaden ohne Weiteres durch Übermittlung weniger Lichtbilder festgestellt werden kann.Werfen wir einen Blick in die Realität:Unstreitig dürfte es sein, dass Fahrzeuge moderner Bauart durch den zunehmenden Einsatz der Fahrzeugelektronik, durch neue Werkstoffe, neue Antriebstechniken u.v.a.m höchst komplex sind. Wenn ein modernes Fahrzeug heute mit 100 Steuergeräten ausgestattet ist, dann ist es relativ naheliegend, dass selbst bei einem scheinbar einfachen Unfall die Elektronik des Fahrzeuges tangiert werden kann.Die verwendeten Werkstoffe führen dazu, dass bei einem nicht korrekt ermittelten Reparaturweg oder einer Reparatur, die nicht exakt nach Herstellervorgaben durchgeführt wird, sogar die Verkehrssicherheit gefährdet sein kann.Die Wertentwicklung eines Fahrzeuges ist von Einflüssen geprägt, die sich monatlich ändern können und nicht zuletzt die Ermittlung der merkantilen Wertminderung hat unterschiedlichste Parameter zu berücksichtigen.

Wenn von interessierter Seite die völlig problemlose Schadenabwicklung propagiert wird, kann aus anwaltlicher Sicht nur entgegengehalten werden, dass es heute so gut wie kein Schadenereignis mehr gibt, bei dem es nicht zu Auseinandersetzungen mit dem regulierungspflichtigen Versicherer kommt. Konnte man vor 20 Jahren tatsächlich noch die These propagieren, dass in mindestens 80 % der Unfallschäden der regulierungspflichtige Versicherer innerhalb von wenigen Wochen nahezu vollständig zahlt, kann heute die These belegt werden, dass in 80 % der Fälle der Versicherer auch nach Wochen noch nicht vollständig bezahlt hat. All dies steht zuerst einmal in fundamentalem Widerspruch zu den propagierten Thesen der Versicherer und der Partnerwerkstätten über eine völlig problemlose Unfallregulierung. Auch das sogenannte Kostenargument vermag nicht zu überzeugen. Einmal losgelöst davon, dass das Kostenargument immer schon kollidierte mit den berechtigten Ansprüchen der Geschädigten oder der Versicherungsnehmer auf vollständige Restitution, ist das sogenannte Kosteneinsparungspotenzial am Ende nichts anderes als eine gigantische Selbsttäuschung. Wenn wir heute die Stundenverrechnungssätze im fabrikatsgebundenen Bereich betrachten, sind Stundensätze im Karosseriebereich zwischen 150,00 € und 200,00 € die Regel. Der Anstieg der Stundenverrechnungssätze geht weit über den Anstieg der Lebenshaltungskosten im Übrigen hinaus. Die Ursache hierfür ist schnell erkannt: Arbeitet ein Partnerbetrieb für einen Versicherer heute für 60,00 €, 70,00 € oder 80,00 €, fehlen ihm Umsätze, die letztlich durch eine Erhöhung der Stundenverrechnungssätze in den sogenannten ungesteuerten Schäden kompensiert werden.Dies deckt sich im Übrigen mit den durchschnittlichen Schadenkosten, die in den letzten Jahren insgesamt im angemessenen Umfang gestiegen sind. Wird versucht, einen Kfz-Betrieb zu knebeln, wird er auf der anderen Seite versuchen, sich durch Erhöhung der Stundenverrechnungssätze von diesen Knebeln zu befreien. Selbst die Versicherer, die sehr intensiv in die Schadensteuerung eingestiegen sind, können dieser Entwicklung nicht begegnen, da auf der Hand liegt, dass bei 33 % gesteuerten Schäden immer noch 67 % ungesteuert sind, die auch gegenüber den Versicherern, die in der Schadensteuerung aktiv sind, zu den vorgenannten deutlich erhöhten Stundenverrechnungssätzen reguliert werden.Diese Entwicklung ist im Übrigen nicht neu, sondern im Kfz-Sachverständigenbereich hat man genau diese Erfahrung bereits seit Jahrzehnten gemacht:Der Irrglaube, gegenüber einzelnen Versicherer Sonderkonditionen vereinbaren zu müssen, hat im Ergebnis dazu geführt, dass die Honorare ohne vertragliche Bindung in den letzten 20 Jahren überdurchschnittlich stark angestiegen sind. Eine Kosteneinsparung findet also gleichfalls nicht statt. Am Ende verbleiben die Kostenpositionen Sachverständiger und Rechtsanwalt.

Betrachtet man die Umsatzzahlen der großen Sachverständigenorganisationen, kann nicht festgestellt werden, dass der Umsatz dieser Organisationen rückläufig ist. Auch im Bereich der freiberuflich tätigen Sachverständigen scheint es zwar Marktverschiebungen zu geben, aber schon aufgrund der Tatsache, dass es kein gesetzlich festgelegtes Honorar gibt, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit rückläufige Auftragszahlen durch Anhebung der Honorare kompensiert.Diese Möglichkeit hat der Rechtsanwalt zwar nicht, aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind auch die Anwaltskosten, die der Versicherer zu bezahlen hat, in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Der Versicherer, der versucht, sich in der Öffentlichkeit als braves Lamm darzustellen, vermag sich eben nicht zu tarnen, sondern der Versicherer wird als reißender Wolf erkannt, dem man nur mit anwaltlichem Schutz begegnen kann. Die Zahl der Mandate nach einem scheinbar einfachen Verkehrsunfall steigt unentwegt an, sodass man heute mit Fug und Recht behaupten kann, der größte Werbepartner des verkehrsrechtlich tätigen Anwaltes ist – stellvertretend für viele Versicherer – die HUK-COBURG, die sehr schnell als Versicherer identifiziert wird, dem man im Unfallschaden nur mit einem verkehrsrechtlich versierten Anwalt begegnen kann.Diese Tendenz wird sich in den nächsten Jahren eher noch verstärken, sollte tatsächlich versucht werden, den Geschädigten oder den Versicherungsnehmer zum integralen Bestandteil der Schadenfeststellung machen zu wollen. Warum sollte der Geschädigte, der technischer Laie ist, von seinem hochkomplexen Fahrzeug Lichtbilder und Daten erfassen, um einem Dritten eine wie auch immer geartete Schadenfeststellung zu ermöglichen? Warum sollte der Geschädigteoder der Versicherungsnehmer eine Schaden-APP nutzen, um die Aufgaben des Schädigers oder des Kaskoversicherers zu übernehmen?Allein der Hinweis auf die Digitalisierung und Schlagworte wie Unfallschaden 4.0 verändern nicht die grundsätzlichen Abläufe bei einem Unfallschaden. Vor allen Dingen verändern sie nicht die Rechtslage.Rechtsanwälte, Kfz-Sachverständige, Verbraucherverbände und Kfz-Betriebe sind aufgefordert, dem Autofahrer immer wieder zu verdeutlichen, dass sie nicht gut beraten sind, wenn sie im Interesse des Schädigers bzw. im Interesse dessen, der für einen Schaden einzutreten hat, Leistungen erbringen. Am Ende zahlen sie – auch in Zeiten der Digitalisierung – die Zeche.

Quelle: BVSK

Unfallschadenabwicklung nicht aus der Hand geben

Mi. 15 Mai. 2019

Nach einem unverschuldeten Unfall ist man oft hilflos. Schließlich erlebt man ein solches Ereignis nicht alle Tage.

Oft glaubt man, dass mit einem Anruf bei gegnerischen Versicherern alles Notwendige in die Wege geleitet wurde. Selbst die Polizei rät nach einer Unfallaufnahme oft dazu, Kontakt mit dem gegnerischen Versicherer aufzunehmen.

Dieser Rat allerdings ist in aller Regel grundfalsch. Nicht der Unfallgeschädigte ist verpflichtet, den Unfallschaden zu melden, sondern diese Verpflichtung trifft zuerst einmal den Unfallverursacher. Der Unfallgeschädigte sollte zuerst die Daten des Unfallgegners vermerken, schauen, ob Zeugen zur Verfügung stehen, in jedem Fall aber das Kennzeichen des Unfallgegners notieren.

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall stehen dem Geschädigten viele Rechte zu. So hat er immer die Möglichkeit, mit der Geltendmachung seiner Ansprüche auf Kosten der gegnerischen Versicherung einen Anwalt zu beauftragen. Oft noch entscheidender ist jedoch die sachgerechte Feststellung der Höhe des Unfallschadens. Hier hat der Geschädigte das Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der Beweissicherung und Schadenfeststellung zu beauftragen. Die Kosten hierfür übernimmt die gegnerische Versicherung. Lediglich in Fällen eines sogenannten Bagatellschadens, wenn die Reparaturkosten geringer sind als 750,00 €, muss der Geschädigte die Sachverständigenkosten selbst tragen. In Anbetracht der komplexen Fahrzeugtechnik ist ein solcher Fall jedoch kaum vorstellbar.

Das Recht, einen Kfz-Sachverständigen hinzuziehen, besteht im Übrigen auch, wenn der Versicherer ausdrücklich auf einen Sachverständigen verzichtet oder anbietet, einen eigenen Sachverständigen hinzuziehen. Auf solche Angebote sollte man sich nie einlassen. Es kann nicht sein, dass der, der den Schaden auszugleichen hat, auch noch bestimmen soll, wie hoch dieser Schaden am Ende ist.

Nach den Erfahrungen des Bundesverbandes der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e. V. – BVSK – gibt es heute kaum noch sogenannte klar gelagerte einfache Schadenereignisse. Nicht nur der Unfallhergang ist gelegentlich streitig, sondern regelmäßig wird über die Höhe des Schadens gestritten. Verantwortlich hierfür ist einerseits das Bestreben vieler Versicherer, Schadenersatzansprüche zu reduzieren, indem scheinbar oft willkürlich gekürzt wird, verantwortlich ist aber auch die immer komplexere Fahrzeugtechnik, modernste Werkstoffe oder auch ein sehr hoher Elektronikanteil in den Fahrzeugen.

Ohne unabhängiges Schadengutachten ist es später schwierig – wenn nicht gar unmöglich, alle Schadenpositionen zu erfassen. Dies gilt für die reinen Reparaturkosten, aber auch für die sogenannte merkantile Wertminderung oder für die Bestimmung des Restwertes und des Wiederbeschaffungswertes.

Der Geschädigte sollte in jedem Fall Wert darauf legen, dass ein qualifizierter, unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen wird. Der Kostenvoranschlag der Werkstatt ersetzt niemals ein Schadengutachten. Kriterium für Qualität und Unabhängigkeit ist beispielsweise die Mitgliedschaft in einem seriösen Berufsverband wie dem BVSK.

Quelle: BVSK

Nach einem Verkehrsunfall ist ein unabhängiges Schadengutachten unentbehrlich

Do. 16 Jul. 2015

Trotz modernster Technik und trotz hoher effizienter Fahrerassistenzsysteme sind
Verkehrsunfälle auch heute noch unvermeidlich.

Die hohe Verkehrsdichte in Deutschland mit 45 Millionen Pkw führt naturgemäß auch zu Verkehrsunfällen. Erfreulicherweise ist zwar die Zahl der Verkehrstoten in den letzten 20 Jahren von 20.000 auf unter 4.000 pro Jahr zurückgegangen, aber auch bloße Blechschäden können eine Menge Ärger verursachen.


Viele Autofahrer sind verunsichert, welche Rechte sie nach einem Verkehrsunfall haben. Gerade die Kfz-Versicherer weisen häufig darauf hin, dass beispielsweise ein Gutachten, genauso wie die Einschaltung eines Anwaltes entbehrlich sei.
Der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e. V. (BVSK), dem etwa 1.000 qualifizierte freiberufliche KfzSachverständige und etwa 500 verkehrsrechtlich spezialisierte Rechtsanwälte angehören, weist darauf hin, dass die Einschaltung eines Kfz-Sachverständigen in der Regel unentbehrlich ist. Nur das Gutachten bietet eine geeignete Grundlage, einen Unfallschaden vollumfänglich durchzusetzen.


Die Bauart der Fahrzeuge, die es häufig schwierig macht, zu erkennen, welcher Schaden tatsächlich eingetreten ist, oder die Vielzahl der Elektronikeinheiten müssen im Rahmen eines unabhängigen Schadengutachtens überprüft werden. Nur das Gutachten versetzt den Geschädigten in die Lage, eine sachgerechte Entscheidung darüber zu treffen, ob er sein Fahrzeug reparieren lassen will oder ob beispielsweise eine Ersatzbeschaffung angestrebt wird.


Auch weitere Schadenpositionen werden durch ein Gutachten festgelegt. So ist die
sogenannte merkantile Wertminderung ein Ausgleich dafür, dass der Geschädigte nun ein sogenanntes Unfallfahrzeug besitzt, was wiederum bedeutet, dass er bei einer potenziellen Veräußerung dieses Fahrzeuges weniger Geld erhalten würde, als wenn das Fahrzeug den Unfallschaden nicht erlitten hätte. Der Kfz-Sachverständige weist die merkantile
Wertminderung, die häufig auch noch bei älteren Fahrzeugen anfällt, in seinem Gutachten aus.


Grundsätzlich ist ein Schadengutachten nicht nur bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall, sondern auch bei sogenannten Kaskoschäden geboten. Hier sollte der Versicherungsnehmer bei seiner Versicherung auf Begutachtung des Schadens durch einen unabhängigen Sachverständigen bestehen.


Bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall werden die Gutachterkosten durch die
gegnerische Versicherung übernommen. Eine Nachfrage bei der gegnerischen Versicherung ist selbstverständlich nicht erforderlich.

Lediglich bei sogenannten Bagatellschäden werden die Gutachterkosten nicht durch die gegnerische Versicherung getragen. Ein Bagatellschaden liegt jedoch nach ständiger Rechtsprechung dann nicht mehr vor, wenn die Reparaturkosten höher liegen als 750,00 €.


Dies ist bei den hochkomplizierten Fahrzeugen heute in der Regel immer der Fall.


Aus guten Gründen hat der Geschädigte nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall auch das Recht, einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung seiner Interessen zu beauftragen.


Die Verkehrsrechtsexperten des BVSK bestätigen, dass es heute den problemlosen Unfallschaden so gut wie nie mehr gibt. Um jede Schadenposition wird heute gestritten und der Geschädigte selbst ist oft hoffnungslos überfordert, wenn er die Abrechnungsschreiben des gegnerischen Versicherers erhält. Daher sollte möglichst frühzeitig ein Rechtsanwalt beauftragt werden, auch diese Kosten werden durch die gegnerische Versicherung übernommen.

10 Fragen und Antworten

Mi. 17 Dez. 2014

Wozu braucht man überhaupt einen Kfz-Sachverständigen?

- Schadensfeststellung nach einem Verkehrsunfall
- Beweissicherung bei strittigem Unfallhergang
- Maschinengutachten (Gebrauchtwagenkauf)
- Fahrzeugbewertungen (Wertgutachten)
- Odltimergutachten
- Unfallrekonstruktion

Wer kommt für die Kosten des Gutachters auf?
Bei einem unverschuldeten Unfall trägt grundsätzlich der Schädiger bzw. die eintretende Haftpflichtversicherung auch die Kosten des Kfz-Sachverständigen, da nach ständiger Rechtsprechung des BGH`s die Kosten für ein Gutachten zum Schaden zählen, der dem Geschädigten zu ersetzen ist.

BVSK Informationen für Autofahrer: Nach unverschuldetem Verkehrsunfall stets Kfz-Sachverständigen einschalten

Do. 22 Sep. 2011

Nach unverschuldetem VKU stets Kfz-SV einschalten - das SV-Honorar zahlt der Unfallverursacher

Häufig sind Autofahrer nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall verunsichert, ob sie einen Kfz-Sachverständigen mit der Schadenfeststellung beauftragen dürfen. Oft handelt es sich ja scheinbar nur um einfache Schäden, bei denen doch ein Kostenvoranschlag – so die Versicherer – ausreichen würde.

Man kann vor derartigen Entwicklungen nur ausdrücklich warnen. Selbst sogenannte einfachste Schäden stellen sich später oft als durchaus gravierender Unfallschaden heraus. Oft gibt es auch Streit über den Unfallhergang, über die merkantile Wertminderung oder bei älteren Fahrzeugen über den Restwert des Unfallfahrzeuges.

Versicherer wollen gerne die Unfallschadenfeststellung selbst bestimmen. Dieses Recht steht dem Versicherer jedoch nach ständiger Rechtsprechung auch des Bundesgerichtshofes nicht zu. Der Geschädigte hat das uneingeschränkte Recht, einen Sachverständigen seines Vertrauens einzuschalten. Der Geschädigte soll von unabhängiger Seite her Gewissheit erhalten, wie hoch der Schaden ist, welche Wertminderung ihm zusteht und zugleich soll das Gutachten Beweismittel bewahren, falls der Unfallhergang nachher bestritten wird.

Aus diesem Grund sind Aussagen, wonach ein Kostenvoranschlag ausreicht oder das auf einen Sachverständigen verzichtet wird, schadenersatzrechtlich ohne jede Bedeutung. Der Geschädigte darf auch bei derartigen Aussagen des Versicherers einen eigenen Sachverständigen hinzuziehen.

Häufig hat der Geschädigte Angst, dass er die Kosten des Sachverständigen selbst tragen muss. Auch hier ist die Rechtsprechung eindeutig. Liegt nicht erkennbar ein Bagatellschaden vor (in der Regel unter 750,00 €) sind die Sachverständigenkosten in voller Höhe durch den Schädiger zu zahlen.

Einige Versicherer haben zwischenzeitlich damit begonnen, Sachverständigenrechnungen willkürlich zu kürzen.

Auch in diesen Fällen muss der Geschädigte keine Angst haben. Entweder beruft sich der Sachverständige bei der Durchsetzung seiner Honorarforderung auf die zu seinen Gunsten erteilte Abtretungserklärung und klagt selbst gegen den Versicherer oder aber der beauftragte Rechtsanwalt wird die restlichen Sachverständigenkosten für den Geschädigten durchsetzen.

Offensichtlich hat die aktuelle Kürzungskampagne einiger Versicherer nichts mit der Höhe des Sachverständigenhonorars zu tun, sondern Zielsetzung ist vielmehr die Verunsicherung des Geschädigten, damit dieser gänzlich darauf verzichtet, einen Sachverständigen zu beauftragen.

Dem sollte mit allen Mitteln entgegengetreten werden.

Weitere Informationen stellt der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V. – BVSK – gern zur Verfügung.

Einen BVSK-Sachverständigen finden Sie auch in Ihrer Nähe.

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